odi et amo

Lettres de cachet waren im Grunde eine praktische Sache: Ohne Rechtfertigung, ohne juristisches Aufhebens einen mißliebigen Zeitgenossen ins Verderben schicken. Ach, goldene Zeiten! Wäre ich ein Sonnenkönig, unterzeichnete ich derer jetzt, ohne Zögern oder Mitleid, mindestens zwei und verspräche einem dienstbaren Geist einen sorglosen Lebensabend, vollstreckte er meine Weisung unverzüglich. Leider nur bin ich kein Sonnenkönig – nicht einmal ein Graupelschauerkönig.

Vor Jahren, als mich ein kunsthistorisch verbrämtes Interesse an österreichischen Blut-und-Mösenfilmen zum Stammgast im hiesigen Bahnhofsviertel werden ließ, fragte mich eines Nachts ein Zwielicht namens Juri nach etwaigen Begehrlichkeiten, die der junge Herr wohl haben könnte: »Brauchst Du Koka?« – »Nein, hab ich.« – »Brauchst Du Waffe?« – »Nein, hab ich.« - »Hast Du Feinde?« -- Damals zuckte ich konsterniert zusammen. Heute würde ich Namen und Adressen nennen.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

ABRAUM

Vanités pour tous

Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuell

συμπάθεια
Im Grunde ist das Mitleid...
Cosmas - 2008-05-20 15:56
casual jesus
Spread the word, funky...
Cosmas - 2008-04-17 15:19
non scholae...
»Neu erfundener...
Cosmas - 2008-04-17 02:39
autrefois
Au second petit-déjeuner:...
Cosmas - 2008-04-16 04:16
odi et amo
Lettres de cachet waren...
Cosmas - 2008-04-15 04:44

Suche

KONTAKT

abraum[at]gmx[dot]net

gratis counter


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren