odi et amo
Lettres de cachet waren im Grunde eine praktische Sache: Ohne Rechtfertigung, ohne juristisches Aufhebens einen mißliebigen Zeitgenossen ins Verderben schicken. Ach, goldene Zeiten! Wäre ich ein Sonnenkönig, unterzeichnete ich derer jetzt, ohne Zögern oder Mitleid, mindestens zwei und verspräche einem dienstbaren Geist einen sorglosen Lebensabend, vollstreckte er meine Weisung unverzüglich. Leider nur bin ich kein Sonnenkönig – nicht einmal ein Graupelschauerkönig.
Vor Jahren, als mich ein kunsthistorisch verbrämtes Interesse an österreichischen Blut- und Mösenfilmen zum Stammgast im hiesigen Bahnhofsviertel werden ließ, fragte mich eines Nachts ein Zwielicht namens Juri nach etwaigen Begehrlichkeiten, die der junge Herr wohl haben könnte: »Brauchst Du Koka?« – »Nein, hab ich.« – »Brauchst Du Waffe?« – »Nein, hab ich.« - »Hast Du Feinde?« -- Damals zuckte ich konsterniert zusammen. Heute würde ich Namen und Adressen nennen.
Vor Jahren, als mich ein kunsthistorisch verbrämtes Interesse an österreichischen Blut- und Mösenfilmen zum Stammgast im hiesigen Bahnhofsviertel werden ließ, fragte mich eines Nachts ein Zwielicht namens Juri nach etwaigen Begehrlichkeiten, die der junge Herr wohl haben könnte: »Brauchst Du Koka?« – »Nein, hab ich.« – »Brauchst Du Waffe?« – »Nein, hab ich.« - »Hast Du Feinde?« -- Damals zuckte ich konsterniert zusammen. Heute würde ich Namen und Adressen nennen.
Cosmas - 2008-04-15 04:18