Karfiol
Alors, Freunde der feuilletonistisch relevanten Literatur: Folgen Sie diesem Link und genießen Sie die Hörprobe. –
Zurück? Alsdann, ein Zitat: »Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.« Nein, diese glühende Eloge stammt nicht von Bernhard Strittmatter (sic!), dem ersten Vorsitzenden des Berufsverbands der Coloproktologen Deutschlands e.V., sondern vielmehr vom Ehrenpräsidenten der logorrhoischen Intellektuellendarsteller Deutschlands – ja, von Roger Willemsen, dem »missing link zwischen Alfred Biolek und Andreas Türck« (Henryk M. Broder).
Nicht doch, keineswegs wollen wir darüber raisonnieren, welche Affinitäten Patient W. zu den analen Regressionen ingrimmig verruchtoider Endzwanzigerinnen mit der in Dichterdenkerlightland unvermeidlichen Karriere »von Viva zu 3sat« pflegt; unser Augenmerk gilt vielmehr der stupenden Treffsicherheit, mit der Wuschelrodscher einmal mehr den germanistisch grazilen Zeigefinger an den Puls der Zeit legte: Sind doch Charlottens Feuchtgebiete gerade einmal zwei Wochen nach Erscheinen zur unangefochtenen literarischen Sensation des Jahres Nullacht avanciert: Amazon-Verkaufsrang #1 (die Eroberung der Spiegelliste wird zweifellos folgen), die einschlägigen Gazetten haben ihre Reverenzen schon abgeleistet, die Fernsehrunde ist bestens abgezirkelt: Kerner am 6., Raab am 19. und lovely Frau Dorn am 28. März; naturgemäß (Th.B.) verspätet die trefflichen Nachbarn – die Herren Grissemann und Stermann empfangen Ms. Roche am 29. Mai.
Und jetzt? Literatendämmerung, bis Schorf über die Sache gewachsen ist? Klar, Kehlmann & Co. können heuer einpacken. (Die Unterhosenflecken Wittgensteins würden's da auch nicht mehr rocken.) Eine Hoffnungsträgerin wäre womöglich Nora Tschirner, vorausgesetzt, sie befolgt meinen Rat: Kombiniere sie, Nora, die Desiderata des Lesers von heute! Mein Titelvorschlag: Wie ich mir auf dem Jakobsweg einen Vaginalpilz einfing. Doktor Willemsens Lobpreisung dürfte Dir sicher sein.
Zurück? Alsdann, ein Zitat: »Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.« Nein, diese glühende Eloge stammt nicht von Bernhard Strittmatter (sic!), dem ersten Vorsitzenden des Berufsverbands der Coloproktologen Deutschlands e.V., sondern vielmehr vom Ehrenpräsidenten der logorrhoischen Intellektuellendarsteller Deutschlands – ja, von Roger Willemsen, dem »missing link zwischen Alfred Biolek und Andreas Türck« (Henryk M. Broder).
Nicht doch, keineswegs wollen wir darüber raisonnieren, welche Affinitäten Patient W. zu den analen Regressionen ingrimmig verruchtoider Endzwanzigerinnen mit der in Dichterdenkerlightland unvermeidlichen Karriere »von Viva zu 3sat« pflegt; unser Augenmerk gilt vielmehr der stupenden Treffsicherheit, mit der Wuschelrodscher einmal mehr den germanistisch grazilen Zeigefinger an den Puls der Zeit legte: Sind doch Charlottens Feuchtgebiete gerade einmal zwei Wochen nach Erscheinen zur unangefochtenen literarischen Sensation des Jahres Nullacht avanciert: Amazon-Verkaufsrang #1 (die Eroberung der Spiegelliste wird zweifellos folgen), die einschlägigen Gazetten haben ihre Reverenzen schon abgeleistet, die Fernsehrunde ist bestens abgezirkelt: Kerner am 6., Raab am 19. und lovely Frau Dorn am 28. März; naturgemäß (Th.B.) verspätet die trefflichen Nachbarn – die Herren Grissemann und Stermann empfangen Ms. Roche am 29. Mai.
Und jetzt? Literatendämmerung, bis Schorf über die Sache gewachsen ist? Klar, Kehlmann & Co. können heuer einpacken. (Die Unterhosenflecken Wittgensteins würden's da auch nicht mehr rocken.) Eine Hoffnungsträgerin wäre womöglich Nora Tschirner, vorausgesetzt, sie befolgt meinen Rat: Kombiniere sie, Nora, die Desiderata des Lesers von heute! Mein Titelvorschlag: Wie ich mir auf dem Jakobsweg einen Vaginalpilz einfing. Doktor Willemsens Lobpreisung dürfte Dir sicher sein.
Cosmas - 2008-03-04 02:47